Feministisches Recherchetool: Der META-Katalog

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Der META-Katalog ist die Datenbank und das gemeinsame Rechercheinstrument des i.d.a.-Dachverbands. Wo liegen der Nachlass der Politikerin Elisabeth Selbert oder die Gedichtbände der Poetin May Ayim? Welche Literatur gibt es zur Debatte um Prostitution und Sexarbeit? Und wie haben sich Frauengruppen in der DDR oder Südtirol vernetzt?

Der META-Katalog hilft weiter und ermöglicht Nutzer*innen die vertiefte Recherche in den Bestandsdaten von mehr als 30 feministischen Archiven, Bibliotheken und Dokumentationsstellen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Italien sowie drei rein virtuellen Datenprojekten, wie u.a. GenderOpen. Er ist damit eine verlässliche Quelle für Bildungs-, Forschungs- und Medienarbeit und ein zentrales Recherchetool zu Inhalten und Materialen der feministischen Bewegungen sowie Frauen- und Genderforschung. 

Startseite META-Katalog
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Startseite des META-Katalogs

 

Vielfalt der Quellen 

Fachliteratur und Belletristik, zeitgeschichtliche Dokumente, audiovisuelle Materialien und Bestandsdaten zu Protagonist*innen, Organisationen, Kunst und Kultur sowie Aktivismus und Theoriebildung aus verschiedenen Phasen und Richtungen der deutschsprachigen feministischen Bewegungsgeschichte sind damit online für Bildung, Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich – ein Fundus feministischen Wissens.

META ist auf Basis der i.d.a.-Bestände in den letzten Jahren zu der umfangreichsten Quellensammlung im Bereich der deutschsprachigen Frauen- und Lesbenbewegungsgeschichte geworden. Als institutionenübergreifende Datenbank bringt META auch die vielfältigen Bestände der i.d.a.-Einrichtungen zusammen: Der Katalog stellt Archivmaterialien und Bibliotheksgut gemeinsam und gleichwertig dar und vereint damit nicht nur die spezifischen Materialarten und Sammlungsschwerpunkte der i.d.a.-Einrichtungen, sondern auch ihre teils unterschiedlichen Stile, Systeme und Ressourcen für Erschließung und Erfassung. 

Zehn Jahre META

Lange schon zeigte sich im i.d.a.-Dachverband der Bedarf nach einem gemeinsamen Onlinekatalog. Die Einrichtungen wollten sich vernetzen, ihre Bestände gemeinsam präsentieren und feministisches Wissen in den Informations-Mainstream einbringen. Bereits 2012 rief i.d.a. daher META ins Leben. Als sich die deutsche Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag von 2013 dazu entschloss, die wissenschaftliche Aufarbeitung der deutschen Frauenbewegung in Ost und West durch ein digitales Archiv voranzutreiben, hatte der i.d.a.-Dachverband mit der begonnenen Entwicklung des META-Katalogs bereits eine wichtige Basis geschaffen. 

2015 ging der META-Katalog, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), schließlich online und ermöglicht seither den öffentlichen Zugriff auf die Bestandsdaten der i.d.a.-Einrichtungen. Mit dem Aufbau des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF) wurde der META-Katalog in dieses integriert und bildet hier als Datenbank und Suchmaschine die Grundlage. Über den DDF-Projektefonds werden Erschließungs- und Digitalisierungsprojekte der i.d.a.-Einrichtungen gefördert, deren Ergebnisse in den META-Katalog einfließen. Mittlerweile sind fast 700.000 Bestandsdaten der feministischen Erinnerungseinrichtungen im META-Katalog einzusehen, darunter mehr als 16.000 Digitalisate. 

Die Suche im META-Katalog
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Suchansicht im META-Katalog
META-Postkarte We can search it!
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META-Postkarte "We Can Search It!"

Bedienfreundlich & nachhaltig

Kontinuierlich wird der META-Katalog weiterentwickelt, die Metadaten und technischen Grundlagen optimiert und erweitert. Nutzer*innen sollen bei ihrer Informationsrecherche unterstützt und die Sichtbarkeit frauenbewegter, feministischer Materialien erhöht werden. Die Berliner DDF-Geschäftsstelle verantwortet die Umsetzung technisch wie wissenschaftlich. 

Dabei stehen die optimale Bedienfreundlichkeit und Nachhaltigkeit im Vordergrund: So werden zum Beispiel Vorschaubilder von Digitalisaten in den Suchergebnissen direkt angezeigt und die Nutzung durch ein kompaktes intuitives Design unterstützt. Auch kann die Oberfläche in den verschiedenen Sprachen der i.d.a.-Einrichtungen (Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch) bedient werden. Dabei wird konsequent Open-Source-Software eingesetzt und sich auch aktiv an ihrer Weiterentwicklung beteiligt. 

Sichtbarkeit & Vernetzung

Im Sinne der Verfügbarkeit feministischen Wissens hilft der META-Katalog auch bei der Weitergabe der Daten: Seit 2022 sind die Informationen von 24 i.d.a.- Einrichtungen auch über die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) und das Archivportal-D abrufbar. Werden über diese bundesweiten Portale zu feministischen Themen, Begriffen, Schlagworten gesucht, können nun Materialien aus dem META-Katalog wie Bücher, Zeitschriften, Fotos, Plakate und ganze Nachlässe gefunden werden. 

Der META-Katalog ist zudem ein europäisches Rechercheinstrument. Nicht nur finden sich darin die Bestandsdaten aus den fünf Ländern der i.d.a.-Einrichtungen. Neben Lieferungen an die DDB, die ihrerseits wiederum die Daten der Europeana – der virtuellen Datenbank zum wissenschaftlichen und kulturellen Erbe Europas – zur Verfügung stellt, ist META auch Aggregatorin für das European Institute for Gender Equality (EIGE).

Zugriffsstatistiken ergeben, dass der META-Katalog aktuell weltweit in 106 Ländern genutzt wird. Vor diesem Hintergrund ist über den META-Katalog auch die Initiative META EU – United we search entstanden, die dafür wirbt, nationale Kataloge zusammenzuschließen und feministische Geschichte darüber auch transnational sichtbar zu machen.  

 

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