Filmscreening Doku "Nelly&Nadine" mit anschl. Podiumsgespräch

Berlin
Typ
Filmvorführung
Text

In Kooperation mit dem Kino Moviemento in Berlin-Kreuzberg werden wir im Dezember den Dokumentarfilm „Nelly & Nadine“ (Magnus Gertten, 2022) zeigen. In einem anschließenden Podiumsgespräch reden wir über den Film und lesbisches Leben während der NS-Zeit.

Der Film läuft in Originalsprache und wird mit Untertiteln in deutscher Schriftsprache gezeigt. Die anschließende Diskussion wird in DGS verdolmetscht.

Online können Tickets gekauft werden (hier keine Ermäßigung möglich), an der Kinokasse oder bei Verfügbarkeit auch noch an der Abendkasse: https://www.kinoheld.de/kino/berlin/moviemento-kino/vorstellung/2690421466

Podiumsteilnehmerinnen: Katja S. Baumgärtner und Insa Eschebach.

Insa Eschebach ist Religionswissenschaftlerin und Publizistin. Von 2005 bis 2020 leitete sie die Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Gegenwärtig ist sie Gastwissenschaftlerin am Institut für Religionswissenschaft der Freien Universität Berlin.

Katja S. Baumgärtner hat Gender Studies, Philosophie sowie Kommunikationsdesign mit einem Schwerpunkt auf Fotografie studiert. Mit einer Studie zu „Ravensbrück im Film“, hat sie 2018 an der Humboldt Universität zu Berlin in Gender Studies promoviert. Das Buch ist 2022 im Metropol Verlag Berlin erschienen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Jewish Studies, Feminist & Gender Studies, Intersektionalität, Media Studies (Digitalität, Film, Ton, Fotografie), Memory Studies & Oral History. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an den KZ-Gedenkstätten Dachau, Ravensbrück und Freelance bei _erinnern.at_. Derzeit ist sie Post-Doc-Fellow am Center for Advanced Internet Studies (CAIS), in Bochum, NRW.

Zum Film
Inmitten des Konzentrationslagers Ravensbrück ertönt die Stimme der Opernsängerin Nelly. Es ist Weihnachten im Jahr 1944 als Nelly und Nadine sich zum ersten Mal begegnen. Nach der Befreiung finden sie einander wieder und bleiben ihr Leben lang zusammen. Heute stellt sich Nellys Enkelin Sylvie dem in einer Kiste verschlossenen Vermächtnis ihrer Großmutter. In Fotografien, Super-8- und Audioaufnahmen sowie in poetischen und erschütternden Tagebucheinträgen stößt die Enkelin nicht nur auf die Erinnerungen ihrer Großmutter an das KZ, sondern auch auf Zeugnisse eines gemeinsamen Lebens mit Nadine – einer Paarbeziehung, die von der Familie nie als solche benannt wurde. „Nothing is real until it’s socially expressed“, sagt die Historikerin Joan Schenkar im Gespräch mit Sylvie.

Über einen Zeitraum von einem Jahr begleitet Magnus Gertten die Enkelin auf ihrer behutsamen Suche und geht dabei den Spuren des Unerzählten nach, die in den unterschiedlichen Quellen zu finden sind. Ein ergreifender Film über eine tiefe lesbische Liebe und über die Notwendigkeit persönlichen und kollektiven Erinnerns.

Veranstaltet von
Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek e.V.